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[rheinjug] Etwa 150 Besucher waren zusammengekommen, um Neal Ford in der Heinrich-Heine-Universität zu hören. Es war die erste gemeinsame Veranstaltung der rheinjug mit ihrer "Schwester", der ruhrjug aus Essen. Zusammen war uns gelungen, den bekannten amerikanischen IT-Experten bei seinem Europa-Aufenthalt zu einem Vortrag in Düsseldorf zu bewegen. Und so waren auch wieder viele Besucher dabei, die zum ersten Mal die rheinjug besuchten. Zum Glück bieten die Hörsäle ausreichend Platz (wir sind auf einen größeren als sonst ausgewichen), und auch unser Caterer konnte genügend Sandwiches und Getränke liefern.
Emergent Design and Evolutionary Architecture
Neal hat einen sehr engen Zeitplan; er war gerade aus Nürnberg abgereist und musste am nächsten Tag schon wieder in Mainz sein. Von der Belastung war aber beim Vortrag nichts zu merken. Über 100 Minuten sprach er über seine Vorstellungen, wie Software einfacher und verlässlicher entwickelt werden könnte, gestützt auf Probleme, die bei bekannten aktuellen und älteren Projekten auftraten. Dabei stellte er dem Verfahren des "Big Design Up Front", wie es beig großen Projekten etwa bei der NASA betrieben wird, seine Idee des Emergent Design gegenüber, die er auf einer Skala, die vom Wasserfall-Modell bis zum Cowboy-Hacking reicht, etwa bei XP ansiedelt. Dabei setzt er letztendlich das Design mit der gesamten Codebasis gleich. Das Design entwickelt wird dabei nicht im komplett im Vorfeld entschieden, sondern entwickelt sich im Laufe des Projekt. Dabei liegt der Fokus vor allem auf Einfachheit; der Code sollte so wenig komplex wie möglich sein. An dieser Stelle ging Neal auch auf einige Metriken ein, die hilfreich sein können. Das Phänomen, dass unsaubere Codestellen, um die sich niemand kümmert, irgendwann zu grundsätzlich unsauberem Code führen, verglich er mit dem Broken-Window-Syndrom. In großer Zahl kamen weitere Beispiele, die zeigten, wie eingefahrenes Denken die Arbeit behindern, unterlegt durch Zitate von Vordenkern wie Fowler und Cunningham. Darunter etwa die Fixierung auf Objekt-Orientierung, die oftmals die Sicht auf wahre Sachverhalte verstellt und einfache Lösungen behindert (hier sei auf funktionale Programmierung hingewiesen...)
Nach einer kurzen Fragerunde gab es für Neal einen verdienten sehr starken Applaus.
Wir freuen uns, diesen Abend bei der rheinjug mitausrichten zu dürfen.
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