[rheinjug] Über 150 Besucher zählten wir am 18. März beim Scala-Vortrag von Heiko Seeberger an der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität. Dies zeigt die zunehmende Bedeutung neuer Sprachen, die auf der JVM aufsetzen. Scala als objekt-funktionale Sprache erweitert die Möglichkeiten des Entwicklers, in dem ihm neben reiner OO-Methoden nun auch die Eigenschaften funktionaler Sprachen angeboten werden, und dies auf Basis der JVM. Bei der rheinjug werden wir diesem Trend zusehends mehr Raum geben (so im Mai mit einem Clojure-Vortrag), denn spätestens nach der Übernahme durch Oracle sehen sich viele nach Alternativen zur reinen Java-Entwicklung um.

Scala wurde 2003 unter Leitung von Martin Odersky am "École polytechnique fédérale" in Lausanne in der Version 1 fertiggestellt. Es ist eine objekt-funktionale, pragmatische, ausdrucksstarke, knappe und zugleich präzise Programmiersprache und, das vielleicht wichtigste Kriterium: Sie ist zu 100% abwärtskompatibel zu Java; d.h lauffähig auf der JVM; und alle Java-Pakete können unter Scala angesprochen werden.
In Scala ist alles ein Objekt, es gibt keine primitiven Datentypen, die Sprache ist statisch typisiert. Sie bietet einen höheren Abstraktionsgrad an Funktionalität, es sind Funktionen höherer Ordnung möglich, und Funktionen lassen sich als Parameter übergeben. Es gibt keine Seiteneffekte, es werden nicht "unvorhergesehener Weise" gemeinsam geteilte Zustände verändert.Gerade dieser funktionale Aspekt unterscheidet Scala von Java und bietet ineressante Möglichkeiten.
Die Sprache verfügt über einen eingebauten XML-Support und ist mit Java interoperabel. Die Version 2.7.7 verfügt im Gegensatz zu der ausgereiften Version 2.8 noch nicht über die Unterstützung in der IntelliJ IDEA, in NetBeans oder Eclipse.
Der Interpreter von "Scala" , die Kommandozeile, eignet sich hervorragend zur praktischen Umsetzung sowohl des kleinen Einmaleins der Objektorientierung als auch von Java, und natürlich der Sprache "Scala" selbst(verständlich).
Der Vortragende
Heiko Seeberger ist geschäftsführender Gesellschafter der Weigle Wilczek GmbH und verantwortlich für die technologische Strategie des Unternehmens mit den Schwerpunkten Java, Scala, OSGi, Eclipse RCP und Lift. Er bot in einem abgerundeten und gut verständlichen Vortrag, in der Kürze der Zeit eine umfassende Einführung in die Anwendung dieser Sprache.
Einige Statements zu Scala
"Which Programming Language would you use now on top of JVM, except Java? - Scala" (James Gosling)
"I can honestly say if someone had shown me ... Scala ... back in 2003 I'd probably have never created Groovy" (James Strachan)
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |



